FACHDIDAKTIK
Erwartungen und fachdidaktische Konzeption der Ausbildung

Unsere Erwartungen an die neuen Referendare und Referendarinnen

Das sollten Sie mitbringen:

  • Eine solide theologische Ausbildung im Hinblick auf biblische, geschichtliche, systematische sowie ethische Disziplinen christlicher Theologie sowie die Fähigkeit, sich in neue Stoffgebiete schnell, selbstständig und umfassend einzuarbeiten;
  • eine kritische Reflexion des eigenen Glaubens vor dem Hintergrund dieser christlich-theologischen Inhalte und die Bereitschaft, sich eine eigene theologische Position zu erarbeiten und sie zu vertreten;
  • ein großes Interesse an Kindern und Jugendlichen auf der Suche nach eigenen Überzeugungen, an ihren (religiösen) Fragen, Interessen, Möglichkeiten und Ausdrucksformen, aber auch Verständnis für ihre Grenzen und (Vor-)urteile; hier ist der/die Religionslehrer/in als Wegbegleiter/in gefragt;
  • die Überzeugung, dass das Fach Religion und die Beschäftigung mit seinen Inhalten von großer existenzieller Bedeutung für diese Jugendlichen sein kann;
  • Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Weltanschauungen, Konfessionen und Religionen.


Fachdidaktische Konzeption der Ausbildung


Das wollen wir Ihnen mitgeben:

Didaktische und methodische Kompetenzen, die es Ihnen ermöglichen sollen, christlichen Religionsunterricht zu erteilen angesichts gesellschaftlich verbreiteter religiöser Skepsis und Indifferenz bei gleichzeitiger Faszination für religiöse Phänomene.

Dabei hat die (zur Zeit noch zweijährige) Ausbildung im Fachseminar nicht das Ziel, das „richtige“ und „probate“ Unterrichtskonzept vorzustellen und für alle Teilnehmer/innen verbindlich zu machen. Vielmehr sollen in der Unterrichtspraxis gesammelte Erfahrungen sowohl theoretisch als auch im Austausch mit den Kolleg/innen kritisch reflektiert werden, so dass Sie am Ende unserer gemeinsamen Arbeit eine eigenständige theologische und religionspädagogische Position einnehmen können und sicher sind, sich den Herausforderungen des heutigen Religionsunterrichtes stellen zu können (Klärung der Rolle und des Selbstverständnisses als Religionslehrer/in).

Unsere Offenheit für und das ‚Wachsenlassen’ der jeweiligen Individualität der jungen Religionspädagog/innen bedeutet aber nicht Beliebigkeit und Unverbindlichkeit der fachdidaktischen Ausbildung. Vielmehr verstehen wir die im Folgenden genannten didaktischen und methodischen Kompetenzen durchaus als Kompetenzstandards, die abgesehen von den Spezifika des RU, Relevanz und Verbindlichkeit auch in anderen Fachrichtungen beanspruchen.

So bedeutet die Entwicklung fachdidaktischer Kompetenz zunächst ganz allgemein, dass Sie fachwissenschaftliche Themen und Positionen im Hinblick auf ihre Eignung und Relevanz für den heutigen RU an Gymnasien analysieren und bearbeiten können, um im nächsten Schritt kompetente Entscheidungen verantwortlich zu treffen.

Methodische Kompetenz zeigt sich in der Fertigkeit, Unterrichtsprozesse sachlogisch, motivierend, altersgemäß und in Verbindung mit der Lebenswelt der Schüler zu planen und durchzuführen; Mut, etwas auszuprobieren, und Ideenreichtum sind hier gefragt.

Wir verstehen das FS Religion als eine Ausbildungsveranstaltung in konfessioneller Kooperation, die im Studienseminar Speyer schon eine über 30-jährige Tradition hat. Wir sind uns dabei bewusst, dass religiöse und theologische Fragen nicht losgelöst von den jeweils konfessionellen Standpunkten bearbeitet werden können. Gerade hier sehen wir aber eine große Möglichkeit für den interkonfessionellen, ökumenischen Dialog. Wir sehen zugleich die an beide Konfessionen gestellte Aufgabe, den christlichen Glauben in seiner konkreten Bindung an die jeweiligen Kirchen den Schüler/innen zu vermitteln und ihnen somit sowohl ein Identifikationsangebot zu geben als auch die Möglichkeit dieses Angebot im Hinblick auf die eigene Persönlichkeit und Glaubensbiografie zu prüfen.


 

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