Exkursionen

     Exkursion der Fachschaft Erdkunde ins Kaunertal

  

1. Tag, Donnerstag, 25. 6. 2009
 
 

 

Individuelle Anreise in Fahrgemeinschaften. Treffpunkt war das Kraftwerk Kaunertal. Um 15.15 Uhr waren alle Teilnehmer eingetroffen. Um 15.30 Uhr erhielten wir in einem Seminarraum des Kraftwerks einen Vortrag über die Entstehung des Kraftwerks mit den notwendigen Eingriffen in die Natur. Weitere Themen waren die Ausnutzung von Wasserkraft allgemein und die Rolle dieses Spitzenkraftwerks im europäischen Verbundnetz, besonders im Zusammenhang mit Deutschland (RWE verfügt über 4 der 5 Turbinen). Es wurden viele Fragen gestellt und beantwortet.
Danach wurden verschiedene Teile des Kraftwerks besichtigt (Turbinenhalle, Wasserverteiler nach dem 900m langen Fallstollen, Umspannwerk, Schaltzentrale) und entsprechend erläutert. Um 17.30 war die Besichtigung beendet.
Danach erfolgte die Weiterfahrt zu unserer Unterkunft, dem Gepatschhaus in fast 2000m Höhe, es schloss sich die Verteilung auf die Lager und Zimmer an. 
Nach dem Abendessen gab es eine kurze Vorbesprechung mit dem Bürgermeister von Feichten (Hauptort im Kaunertal) im Hinblick auf das am nächsten Tag geplante Treffen.
 
 
 
  1. Tag, Freitag, 26. 6. 2009
 
Nach dem Frühstück Abfahrt zur Falkauns Alpe in knapp 2000m Höhe. Hier berichtete der Senn ausführlich über seine Tätigkeit und seinen Tagesablauf (Herkunft der Kühe, Details zur Viehhaltung, Melkzeiten, Probleme der modernen Almwirtschaft u.a.). Es wurden sehr viele Fragen gestellt und ausführlich beantwortet. Anschließend ging es in die angeschlossene Käserei. Die gesamten Produktionsabläufe bei der Herstellung von Käse und Butter wurden gezeigt und erläutert, ebenso die Weiterbehandlung des Käse und der Vertrieb von Butter und Käse.
Auf der Alm nahmen wir ein reichhaltiges Mittagessen mit Produkten der Alm und des Tales ein.
Danach erfolgte die Abfahrt ins Tal nach Feichten, wo wir um 13.30 Uhr mit dem Bürgermeister des Ortes im Ratssaal verabredet waren.
Dieser stellte zunächst in Wort und Bild seinen Ort vor. Inhalte waren u.a. Geschichte des Tales, die Lebensgrundlagen der Bevölkerung und natürlich der Tourismus mit all seinen Einflüssen auf andere Branchen. Bei diesem Thema wurde die Unentschlossenheit deutlich, wie das Tal am besten vom Tourismus profitieren könne, entweder durch gezielt angekurbelten Massentourismus (Sölden, Ischgl) oder durch ein bewusstes Alternativprogramm (Naturerlebnisse). Auch der Einfluss des Kraftwerkes kam zur Sprache, zumal ein weiteres in der Planung ist (von dem die Gemeinden erheblich durch Ausgleichszahlungen finanziell profitieren würden, der Sommertourismus aber durch riesige Baumaßnahmen gestört würde). Auch hier gab es zahlreiche Fragen, die alle ausführlich zur Zufriedenheit der TeilnehmerInnen beantwortet wurden. Abschließend wurde noch der Klimawandel thematisiert, der dem Gletschertourismus zuschaffen macht und dem Tal insgesamt zu schaffen macht (u.a. Steinschlag und Muren durch Auftauen bisher dauergefrorenen Gesteins > Auflösung des Bloggferners). Zu diesem Thema sollen die ReferendarInnen Bildmaterial von der Gemeinde zugeschickt bekommen. Anschließend wurden wir auf Kosten der Gemeinde Feichten zu einem Getränk nach Wahl in ein Hotel des Ortes eingeladen, wo in kleinen Gruppen das Gehörte und Gesehene diskutiert und vertieft wurde.
Gegen 16.45 Uhr kamen wir wieder in unserem Quartier an. Um 17.00 Uhr wurden wir Zeugen der immer noch stark verankerten Volksfrömmigkeit, als auf dem Gelände des Gepatschhauses eine katholische Messe im Rahmen einer Almsegnung (die Alm liegt unweit des Gepatschhauses) stattfand.
 
 
 
  1. Tag, Samstag, 27. 6. 2009
 
Dieser Tag war der Wanderung zu einem Nebengletscher des Gepatschferner vorbehalten. Im Laufe dieser durchaus anstrengenden Wanderung konnten wir fast alle glazialen Formen studieren, die im Unterricht eine Rolle spielen, so z.B. Grund- und Seitenmoränen, Hängetäler, Gletscherschliff. Auch das sehr starke Zurückweichen des Gletschers während der letzten drei Jahrzehnte war mit Händen zu greifen, waren die jeweiligen Enden des Gletschers doch mit Jahreszahlen auf Steinen versehen. Dadurch war auch das zunehmende Tempo des Zurückweichens gut ablesbar. Am Gletscher selber konnten wir beobachten, dass der Schnee schon vollkommen weggeschmolzen und das blanke Eis sichtbar war, was zu dieser Jahreszeit unüblich ist. Eisgeher, die vom Gletscher kamen, berichteten uns, dass das Eis in der Mitte des Gletschers bis zu einem halben Meter aufgeweicht sei und stark schmelzen würde. Da das Schmelzwasser durch den Gletscher zum Grund durchsickert und dann abfließt, war auch der Wasseraustritt am Gletschertor überdurchschnittlich hoch.
Die Wanderung durch diese urtümliche Landschaft war für alle ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Es konnte viel Material für den Unterricht mit den Kameras „geschossen“ werden.

Nach dem Abendessen erfolgte eine Aus- und Bewertung des Tages und der gesamten bisherigen Exkursion. Alle TeilnehmerInnen zeigten sich von den bisherigen Ergebnissen sehr angetan. Anschließend fand noch auf Wunsch der ReferendarInnen eine „kleine Fachsitzung“ statt, in der die häufigsten Fehler der zurückliegenden benoteten Lehrproben besprochen und analysiert wurden. Zur weiteren Hilfe wird nach den Ferien noch eine weitere Fachsitzung festgelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
  1. Tag, Sonntag, 28. 6. 2009
 
Um 10 Uhr war ein Treffen auf dem Gletscherbahnparkplatz in 2750m Höhe mit dem Marketingleiter der Kaunertal Touristik angesetzt. Er erläuterte zuerst die Geschichte der touristischen Erschließung des Gletschers in den 80er Jahren. Die ursprüngliche Idee war Sommerskilauf, was zunächst auch gut funktionierte. Nach zehn Jahren aber, zu Beginn der 90er Jahre bestand kaum noch Interesse an dieser Urlaubsform. Also stellte man auf eine „verlängerte Saison“ von Oktober bis April um, was bis heute sehr gut angenommen wird. Sommerskilauf würde auf Grund der Klimaänderung heute kaum noch kostendeckend durchführbar sein, da der Schnee auf dem Gletscher zu schnell schmilzt und auch Kunstschnee wegen der Temperaturen im Sommer kaum herstellbar und zu teuer ist (2 Euro pro Kubikmeter). Man fördert nun wieder stärker den Sommertourismus unter den Schlagwörtern „Natürlichkeit, Authentizität, Naturpark Kaunertal“ und verzeichnet damit offenbar Anfangserfolge. „Ballermann-Tourismus“ will man auf keinen Fall, dafür sei die Bettenkapazität auch zu gering.
Dann wurden wir auf den Gletscher geführt. Es wurden uns die Probleme mit den Stützen für die Lifte erläutert, der Gletscher „fließt“ ja und verändert sich ständig. Während der Erläuterungen erfuhren wir die Gefährlichkeit des Gebirges hautnah, löste sich doch ein riesiger Felsbrocken unter lautem Getöse und unter viel Staubentwicklung aus einer Wand und fiel auf den Gletscher. Der Marketingleiter erklärte uns, dass es solche Vorkommnisse immer häufiger gibt und dass diese wohl auf das allmähliche Auftauen ehemals dauerge

 

frorenen Gesteins zurückzuführen seien. Auch hier zeigen sich offenbar Probleme im Rahmen des Klimawandels.
Dann wurden wir durch eine für Touristen zugänglich gemachte Gletscherspalte geführt und hatt en so eine „haptische“ Begegnung mit dem Gletscher.

Anschließend fuhren wir (auf Kosten der Kaunertal Touristik) mit einer 6er Gondelbahn auf über 3000m Höhe, wo wir weitere Maßnahmen zur vorsichtigen weiteren Erschließung erläutert bekamen. Wir hatten von dort einen phantastischen Blick über den Hauptalpenkamm und sahen nach Italien und der Schweiz.

Zurück auf dem Parkplatz gab es noch eine weitere Fragerunde, um 13.20 Uhr wurde die Exkursion offiziell beendet und die Fahrgemeinschaften begannen ihre Rückfahrten, die ohne Zwischenfälle verliefen.
Es war eine aus Sicht aller Beteiligten sehr erfolgreiche Exkursion. Wir sind dankbar, dass wir von Seiten des Prüfungsamtes die Genehmigung dazu erhielten.
Dank gilt auch dem Förderverein, der die nicht unbeträchtlichen Fahrtkosten für uns übernahm.
 
 

 

 

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