FACHDIDAKTIK

Erdkunde ist das Schulfach, das sich mit fast allem unter und über der Erdoberfläche beschäftigt. Wegen dieser sehr großen Bandbreite des Faches muss von Ihnen großes Fachinteresse erwartet werden, denn nicht alles, was Sie für das Schulfach Erdkunde wissen sollten, werden Sie von der Universität mitbringen. Aber Sie müssen bereit und in der Lage sein, festgestellte Lücken schnell und selbständig zu schließen.

Unser Hauptziel wird es sein, Ihnen einen zeitgemäßen Erdkundeunterricht zu vermitteln. Gegenwartsorientierung ist also unabdingbar. Da unser Fach traditionell sehr stark auf Medien angewiesen ist, müssen vielfältige Medien in die Ausbildung eingebracht werden, selbstverständlich auch die Reflexion über den sinnvollen Einsatz derselben. Wir wollen versuchen, Ihnen Tipps für eine möglicherweise notwendige Binnendifferenzierung zu geben. Auch der Ansatz des bilingualen Unterrichts soll Ihnen näher gebracht werden.

Für all das müssen Sie mit unserer Hilfe die nötige Planungskompetenz erwerben. Dazu zählt u.a. eine Methodenkompetenz, die Ihnen die Möglichkeit gibt, zwischen unterschiedlichen Verfahren zu wählen und Sie in die Lage versetzt, das hoffentlich für die jeweilige Situation sinnvollste Verfahren auszuwählen, so z.B. den erarbeitenden Unterricht, den handlungsorientierten Unterricht, projektartigen Unterricht oder aufgabenbasierten Unterricht.

Unsere gemeinsame Orientierungshilfe ist stets der Lehrplan. An Hand der ausgewählten Ziele und Inhalte sollten Sie immer darum bemüht sein, Interesse am Fach zu schaffen und regelrecht ein erdkundliches Bewusstsein zu schaffen. Dies gelingt Ihnen am besten mit problemorientiertem Unterricht. Auch fächerübergreifendes Denken und Unterrichten ist gelegentlich nötig, denn die sich tatsächlich abspielenden Phänomene und deren Verständnis setzt gelegentlich mehr Kenntnisse als die des eigenen Faches voraus. Das Verständnis vieler Gegenwartsprobleme setzt z.B. Kenntnisse über deren Entstehen voraus (Geschichte/Sozialkunde), Probleme der Landwirtschaft können in das Feld der Biologie hineinreichen, für manche Bereiche der physischen Geographie bietet sich eine Zusammenarbeit mit der Physik an.

Zum Erreichen all der genannten Ziele stehen uns mehrere Instrumente zur Verfügung. Die regelmäßigen Fachseminare vermitteln z.T. die theoretische Basis unseres täglichen Tuns in der Schule, sollen aber auch praxisorientiert sein und nützliche Hinweise für den Schulalltag geben. Die Unterrichtsbesuche bieten sicherlich die intensivste Form der individuellen Ausbildung, beschäftigen sich doch alle Nachbesprechungen mit den ganz eigenen Stärken und Schwächen Ihres Unterrichts. Gleiches gilt im Prinzip für Lehrproben (außer den Examenslehrproben), doch haben diese für die Referendarinnen und Referendare leider nicht selten zu sehr den Charakter einer Bewertung, obwohl diese nicht im Vordergrund stehen sollte. Ein weiteres Instrument ist der eigenverantwortliche Unterricht, in dem sie viel ausprobieren können, um es danach einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Eine gewisse Hilfe können auch Besuche bei der Fachleiterin/beim Fachleiter sein; diese werden stets bemüht sein, ihre Planungen und Durchführungen des Unterrichts zu erläutern.

Jetzt aber an die Arbeit, wesentliche Fortschritte erzielt man nur durch eigenes Tun!

Münke/Walter

 

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