FACHDIDAKTIK
Aus der Praxis für die Praxis
Im Fachseminar Physik werden in einer möglichst praxisnahen Ausbildung drei wesentliche Ziele verfolgt:
 
  • Referendarinnen und Referendare sollen erfolgreichen Unterricht halten können. Neben dem eigentlichen Fachwissen gilt es, im Physikunterricht eine Vielzahl weiterer Kompetenzen zu vermitteln und einem Motivationsverlust (insbesondere im Laufe der Mittelstufe) entgegenzuwirken. Um diesen Anforderungen als Lehrer gerecht zu werden, müssen die Referendarinnen und Referendare lernen, Unterricht unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler zu planen und durchzuführen. Dazu gehören Auswahl und Anwendung geeigneter Strukturen, Anforderungen, Unterrichtsmethoden und Medien. Im Physikunterricht sind darüber hinaus das Experimentieren, die vielfältigen Möglichkeiten des Computereinsatzes und die mathematische Beschreibung physikalischer Zusammenhänge von besonderer Bedeutung.

  • Für die Verbesserung des Unterrichts im Vorbereitungsdienst und darüber hinaus auch in der späteren Berufspraxis ist die Reflexion des Unterrichts grundlegend. Deshalb müssen die Referendarinnen und Referendare lernen, Unterrichtsprozesse zu beobachten und zu analysieren, um Probleme, aber auch Positives zu erkennen sowie Ursachen und Alternativen zu finden.

  • Obwohl es für erfolgreichen Unterricht objektive Kriterien gibt, unterscheiden sich auch „gute Stunden“ stark voneinander, da jeder Unterricht von der Persönlichkeit des Unterrichtenden geprägt wird. Deshalb ist es wichtig, unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Schwächen eine individuell passende Lehrerrolle zu finden und authentisch zu vertreten. Dazu gehört es auch, sich Klarheit darüber zu verschaffen, ob man sich den didaktischen, methodischen, pädagogischen, menschlichen und fachlichen Anforderungen des Unterrichtens ein Berufsleben lang aussetzen möchte.

 
 

Diese Ziele sollen über drei Wege erreicht werden:
 
  • Im Fachseminar und den Intensivphasen werden die didaktischen und methodischen Grundlagen für das Unterrichten und die damit verbundenen Aufgaben besprochen.

  • Hospitationen, Unterrichtsbesuche und Lehrproben schulen die Beobachtungs- und Reflexionsfähigkeit, wobei insbesondere bei den Lehrproben auch der Dokumentation der Planung eine besondere Rolle zukommt. Sowohl Besprechungen eigener Unterrichtsstunden, als auch die Sicht aus der Beobachterrolle liefern meist viele Impulse für eine Verbesserung der eigenen Unterrichtsarbeit und eine Unterstützung bei der Suche nach der persönlichen Lehrerrolle. Diese Möglichkeiten sollten - nicht nur mit dem Fachleiter - ausgiebig genutzt werden, da sie nach dem Vorbereitungsdienst meistens nur noch in sehr eingeschränktem Umfang zur Verfügung stehen.

  • Im eigenverantwortlichen Unterricht werden Erfahrungen mit der selbständigen Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht gesammelt. Hier kommen über die didaktischen und methodischen Aspekte hinaus alle Nuancen des Unterrichtsalltags von organisatorischen Schwierigkeiten über die kleineren und größeren Probleme von Schülerinnen und Schülern bis hin zur Leistungsmessung und -beurteilung zum Tragen. Dieser Bereich bietet die Möglichkeit, unbeobachtet, aber daher auch mit eingeschränkter Unterstützung, viele Ideen umzusetzen und Alternativen auszuprobieren. Als Grundlage für die Reflexion stehen im eigenverantwortlichen Unterricht neben den eigenen Wahrnehmungen lediglich die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, die deshalb besondere Aufmerksamkeit verdienen.
 

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