FACHDIDAKTIK
Schülerinnen und Schüler lernen Mathematik, indem sie Mathematik betreiben!

Dabei meint „Mathematik betreiben“ mehr als bloßes Rechnen. Es meint, über die verwendeten mathematischen Begriffe, Verfahren und Konzepte genauer nachzudenken, über die Situation, in der man sie verwendet und darüber, warum und wozu man sie in dieser Situation verwendet. „Mathematik betreiben“ kann sogar darüber hinaus meinen nachzudenken, welche Bedeutung Mathematik für unsere Gesellschaft und insbesondere auch für einen selbst hat bzw. haben kann.
Mathematisches Tun von Schülerinnen und Schülern beschränkt sich deshalb nicht auf die korrekte Durchführung von Rechenoperationen und kalkülhaftes Operieren, es umfasst sehr wesentlich auch vielfältige Reflexionen im Hinblick auf die Bedeutung und Effizienz mathematischer Begriffe, Konzepte, Darstellungsformen und Methoden.

In der Ausbildung des Fachseminars Mathematik werden angehende gymnasiale Lehrkräfte zur Gestaltung eines modernen kompetenzorientierten und reflexionsanregenden Mathematikunterrichts befähigt. Zu den allgemeinen Grundsätzen für einen solchen Unterricht gehören dabei insbesondere:   

  • Der streng systematische Aufbau von fertigen Mathematikeinheiten muss in Richtung eines mehr exemplarischen Erschließens der Inhalte überdacht werden. Mathematik ist kein Fertigprodukt, sondern hat sich aufgrund vielfältiger Bedingungen entwickelt, die die Schülerinnen und Schüler exemplarisch nachempfinden sollen.
  • Mathematik entwickelt sich aus schülernahen Aufgaben heraus und wird durch Anwendungs- und Problemorientierung lebendig und flexibel. Der einer neuen Aufgabenkultur Beachtung schenkende Unterricht entwirft ein Bild der Mathematik als Ganzes, welches das traditionelle Spektrum ebenso wie die „Anwendung“ in den Zukunftstechnologien beinhaltet.
  • Schülerinnen und Schüler gestalten ständig mit und sind somit für das Vorankommen im Unterricht mitverantwortlich. Lernen ist ein aktiver Prozess. Dabei erfährt die kompetente Moderation von Verständigungsprozessen durch die Lehrenden eine besondere Bedeutung.
  • Der Umgang mit Schülerfehlern muss eigene Anstrengungen erfahren. Irr- und Umwege sind nicht lästig, sondern für das Vorankommen wichtig und gewinnbringend.
  • Schülerinnen und Schüler brauchen für elementare Begriffe und Verfahren tragfähige Grundvorstellungen, nicht nur fertige Definitionen und Algorithmen.
  • Der Unterricht fußt auf einer modernen Methodik, die zur Kreativität, eigenen Aktivitäten und zu entdeckendem interaktivem Lernen anregt.
  • Der Einsatz elektronischer Medien (Taschenrechner, Dynamische Geometriesoftware, Tabellen-kalkulation) sollten als Werkzeuge zur Gewinnung mathematischer Erkenntnisse, zur Problemlösung, Modellbildung, zur Informationsbeschaffung und zur Ergebnispräsentation eingesetzt werden.
  • Individuelle Fähigkeiten der einzelnen Lernenden sollen erkannt, gefördert und für den eigenen Unterricht fruchtbar gemacht werden.
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 Die Ausbildung ist dreigliedrig angelegt:

 

1. Angeleiteter Unterricht ermöglicht das Planen von Unterricht, seine Durchführung sowie die Reflexion und Evaluation in Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachkolleginnen und –kollegen. Darüber hinaus helfen Hospitationen, Unterrichtsbesuche und Lehrproben, die Beobachtungs- und Reflexionsfähigkeit weiter auszubauen. Die Nutzung vielfältiger Beratungsgelegenheiten ermöglicht die Entfaltung der eigenen Lehrerrolle sowie die Aneignung eines weiten Spektrums an Unterrichtsbeispielen, fachdidaktischen und fachmethodischen Werkzeugen.
 

2. In Fachseminarsitzungen und Intensivtagen werden praxisbezogene didaktische und methodische Grundlagen erarbeitet.

 

3. Die selbständige Planung von Unterrichtsstunden und –reihen im eigenverantwortlichen Unterricht ab dem zweiten Ausbildungshalbjahr hilft darüber hinaus, theoriebegleitet erworbenes Wissen auch unbeobachtet zu erproben oder Alternativen umzusetzen. So kann im Laufe der Ausbildung ein breites Repertoire an Unterrichtsmethoden gewonnen werden. Aspekten der Klassenführung, der Leistungsüberprüfung und –beurteilung sowie der Beratung der Lernenden und ihrer Eltern kommt hier eine besondere Bedeutung zu.
  

 

 

 

 

 

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